Polizeihunde – unerlässliche Helfer für unsere Sicherheit

Wir bei The Safe Shop sind große Hundeliebhaber und lesen immer wieder davon, dass Hunde zur Sicherheit von Mensch und Heim beitragen (denken Sie nur an Wachhunde, Blindenführhunde oder Hunde, die einen Brand rochen und ihr Herrchen und Frauchen weckten). Da dieses Blog verschiedene Themen der Sicherheit behandeln soll, erfahren Sie in diesem Gastbeitrag interessante Fakten zum Thema Ausbildung von Polizeihunden.

Dobermann im Gras

Der Dobermann ist eine beliebte Rasse für den Polizeieinsatz © The Safe Shop

Bereits ab 1900 und somit seit mehr als hundert Jahren wurden in Deutschland Polizeihunde eingesetzt, die Gendarmen auf Streife begleiteten. Bis heute werden bei der Polizei Tausende Hunde eingesetzt, die ihre Hundeführer bei der Arbeit unterstützen.

Hunderassen für die Polizeiarbeit

In Deutschland werden folgende Rassen zur Polizeiarbeit eingesetzt:
– Deutscher und Belgischer Schäferhund
– Boxer
– Bouvier des Flandres
– Dobermann
– Airedale Terrier
– Hovawart
– Hollandse Herdershond
– Rottweiler
– Riesenschnauzer

Hauptsächlich werden die Rassen Deutscher und Belgischer Schäferhund, Riesenschnauzer, Rottweiler, Dobermann und Airedaleterrier für die Arbeit im Polizeidienst ausgebildet. Alle Rassen, die für den Polizeidienst geeignet sind, müssen einen besonders gut entwickelten Schutztrieb mitbringen, zudem ausgeprägte Unterordnungsfreude und Nasenleistung. Die oben genannten neun Rassen werden diesen, im Polizeidienst benötigten Eigenschaften gerecht. Der Hund sollte zudem über ein ausgeglichenes Wesen, Mut und gutes Selbstbewusstsein verfügen. Rüden und Hündinnen werden gleichermaßen eingesetzt – allerdings erst nachdem die Triebveranlagung der Hunde in strengen Eignungstests geprüft wurde. Auch die Gesundheit und Belastbarkeit des Hundes wird beim Kauf des Hundes überprüft. Dies ist wichtig, da sich der Hundeführer später in allen Situationen auf seinen Hund verlassen muss. Besteht der Hund die Eignungstests und bringt die geforderten gesundheitlichen und psychologischen Merkmale mit, so steht einer Ausbildung und dem späteren Einsatz im Polizeidienst nichts im Wege.

Hunde in der Ausbildung

Der Großteil der Hunde wird von der Polizei im Alter von ein oder zwei Jahren gekauft. In bestimmten Lehrgängen wird den für den Polizeidienst ausgewählten Hunden grundlegendes Basiswissen beigebracht. Die zukünftigen Polizeihunde werden dabei in einer etwa 70 Tage dauernden Grundausbildung unter Anleitung ausgebildet. Während dieser Grundausbildung erlernt der Hund die grundlegenden Kommandos und Aufgaben eines Polizeihundes. Hierzu zählen beispielsweise das Aufspüren verborgener oder vermisster Personen und das Aufspüren von Beweismitteln. Zudem muss der Hund lernen, wie er Angriffe auf seinen Hundeführer abwehrt und Fährten, die zum Täter führen, verfolgt. Der Hund wohnt wie ein normaler Familienhund bei seinem Hundeführer zu Hause, das Futter und die entstehenden Tierarztkosten werden aber von der Polizeidienststelle übernommen. Wird der Hund nach vielen Jahren Polizeiarbeit dann pensioniert, ist es üblich, dass dieser seinen Lebensabend beim Hundeführer verbringt.

Hunde im Einsatz

Polizeihunde haben viele verschiedene Aufgaben, für die sie ausgebildet und eingesetzt werden. So gibt es auch bei den Hunden Spezialisten für verschiedene Aufgaben. Der Schutzhund begleitet den Polizisten während der Arbeit. Er hat die Aufgabe, seinen Hundeführer vor Angriffen zu schützen und diesen bei der Suche nach Tätern zu unterstützen. Auch die Suche nach vermissten oder hilflosen Personen gehört zum Aufgabengebiet eines Schutzhundes. Zeigt der Hund nach seiner Grundausbildung einen besonders gut ausgeprägten Spieltrieb, so ist es sinnvoll, diesen Hund als Spürhund weiter auszubilden. Der Hund wird spielerisch an die Gerüche von Rauschgift oder Sprengstoff herangeführt. Dies geschieht, indem dem Hund Gegenstände mit diesen Gerüchen zum Spielen gegeben werden, wodurch eine Gewöhnung des Hundes an den Geruch entsteht. Der Hund bringt schließlich den Geruch von Sprengstoff oder Rauschgift mit seinem Spielzeug in Verbindung, was ihn motiviert, nach dem Geruch zu suchen. Die Arbeit des Spürhundes ist sehr wertvoll, denn er kann selbst an wenig zugänglichen Orten eingesetzt werden. Auch unter erschwerten Bedingungen wie schlechtem Wetter oder Licht arbeitet ein Spürhund zuverlässig. Der Hund kann durch seinen ausgeprägten Geruchssinn sogar verpackte oder eingeschweißte Gegenstände über den Geruch orten. Die Ausbildung zum Spürhund dauert nach der Grundausbildung des Hundes nochmals ungefähr drei Monate.

Spezialisten unter den Spürhunden

Auch unter den Spürhunden gibt es Spezialisten für Rauschgift, Sprengstoff und es gibt sogar Hunde, die als Leichenspürhunde ausgebildet wurden. So wird der Rauschgiftspürhund mit den Gerüchen aller Drogen bekannt gemacht. Der Hund lernt über einen Spielgegenstand den Geruch von Rauschgift kennen. Er meldet die Anwesenheit von Rauschgift durch aktives Verhalten, also Kratzen oder Beißen an einem Drogenversteck oder passives Verhalten. Da der Hund bei seiner Arbeit keinesfalls mit den Drogen in direkten Kontakt kommen soll, wird das gefundene Rauschgift im Ernstfall entfernt, der Hund erhält als Belohnung sein Spielzeug. Sprengstoffspürhunde werden für das Erkennen von Sprengstoffen, Munition oder Waffen ausgebildet. Die Ausbildung ist ähnlich der des Rauschgiftspürhundes, allerdings darf ein Sprengstoffspürhund seinen Fund nicht durch Kratzen oder Beißen am Gegenstand melden, da dies für Mensch und Hund sehr gefährlich wäre. Der Hund muss sich beim Auffinden von Sprengstoff absolut passiv verhalten, den Fund aber deuten. Fährtenspürhunde sind darauf spezialisiert anhand von Kleidungsstücken oder anderen persönlichen Gegenständen einer Person, gezielt nach dieser zu suchen. Er wird ausgebildet, die Fährte eines Täters aufzuspüren und zu verfolgen. Muss beispielsweise ein Fahrzeug zweifelsfrei identifiziert werden, in dem eine Leiche transportiert wurde, so kommt der Leichenspürhund zum Einsatz. Selbst in einem bereits gereinigten Auto kann dieser noch erschnüffeln, ob sich die Leiche im Auto befunden hat. Selbst Leichen, die sich in einem Gewässer befinden, findet der Leichenspürhund und meldet den Fund seinem Hundeführer.

Bei den vielfältigen Aufgaben, die sie wahrnehmen können, sind Polizeihunde besonders durch ihren ausgeprägten Geruchssinn unverzichtbare Helfer. Die Hunde erleichtern die Arbeit der Polizisten und ermöglichen beispielsweise bei der Suche nach Vermissten eine schnelle Hilfe, die ohne die Hunde nicht möglich wäre.

Autorin: Edith Obermaier, freie Journalistin, gehört derzeit zum Redaktionsteam bei Hunde.de. Sie ist verantwortlich für den Magazinbereich und den Fachbereich Ausbildung.

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